DVD Tipp - Stalled

StalledHausmeister W. C. (Dan Palmer) hat ausgerechnet an Heiligabend die Aufgabe auf der Damentoilette einige Reparaturen auszuführen. Als zwei leicht bekleidete und schwer angetrunkene Frauen von der nebenan stattfindenden Weihnachtsparty das Örtchen aufsuchen, versteckt sich der schüchterne Sanitärfachmann und beobachtet die beiden. Zuerst ziehen die beiden attraktiven Damen über die Kollegen her, dann tauschen sie heiße Küsse aus. Aber leider wird der Männertraum für W.C. nicht wahr, als eine der Blondinen im Blutrausch ihrer Liebespartnerin ein gutes Stück Fleisch aus dem Hals reißt. Da ist es doch glatt in den letzten Minuten zur Zombie-Apocalypse gekommen und immer mehr grässlich zugerichtete Partygäste stürmen das Damenklo auf der Suche nach Frischfleisch.

StalledDie Story klingt Banane? Klar! Aber die Ausführung ist mehr als gelungen. Regisseur Christian James und Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion Dan Palmer, die bereits vor zehn Jahren mit „Freak Out“ gemeinsam gedreht haben, haben sich einiges einfallen lassen, um mit Mini-Budget und Mini-Ausstattung ordentlich blutigen Metzel-Spaß zu fabrizieren. Die Zombie-Comedy nimmt sich absolut nicht ernst und die Reaktion von W.C. auf die plötzlich auftauchenden Untoten ist keineswegs blinde Panik – eher eine milde Verärgerung. So metzelt sich der einfallsreiche Hausmeister weitestgehend unbeeindruckt mit Schraubenzieher und Klodeckel durch die anstürmenden Horden. Dabei wird absolut nicht mit Kunstblut oder ekligen Innereien gespart und Erinnerungen an Eiter- und Blut-Trash wie beispielsweise Peter Jacksons „Braindead“ werden wach.

StalledZwischen britischem Humor und abgeschnittenen Körperteilen ist in dem kurzweiligen 85-Minuten-Streifen sogar noch Zeit für eine halbwegs plausible Charakterisierung und ein wenig Moral. STALLED lässt sich am besten mit einem Kasten Bier, Chips und ein paar Kumpels genießen.

Ulrich Wimmeroth

Seitenanfang