Filmkritik - San Andreas

USA 2015 (Action/Drama)
Regie: Brad Peyton
Darsteller: Carla Gugino, Dwayne Johnson, Alexandra Daddario, Colton Haynes, Paul Giamatti, Kylie Minogue, Ioan Gruffudd, Will Yun Lee, Art Parkinson u.a.

Szenenbild aus dem Film San AndreasDas Szenario ist nicht neu! Ob das Erdbeben 1906 von San Francisco mit einer Stärke von 7,7, das Loma-Prieta-Beben 1989 von 7,1 oder das 2014er Ereignis mit einem Wert von 6,1 auf der Richterskala (benannt nach Charles Richter) mit seinem Epizentrum sechs Kilometer südwestlich des Weingebietes Napa Valley; dort wo die nordamerikanische und die pazifische Platte im Westen Kaliforniens aufeinandertreffen wird es durch die angestaute Spannung der tektonischen Platten immer wieder zu verheerenden Naturschauspielen führen. Das Bulletin of the Seismological Society of America (BSSA) hält größere Beben an der San-Andreas-Verwerfung für überfällig. Weltweit prophezeien Seismologen katastrophale Zukunftsaussichten. Das gefürchtete „Big One“, wie die Kalifornier sagen, könnte große Teile Kaliforniens erneut in Schutt und Asche legen. Soweit die Realität! Einmal mehr das ideale Thema für einen 3D Katastrophenfilm? Ob nun geschmackvoll oder pietätlos, sei mal dahingestellt.

Szenenbild aus dem Film San AndreasDa beginnt der Hoover Staudamm zu bröckeln, bricht kurze Zeit später in sich zusammen. In San Francisco läuft dennoch alles seinen gewohnten Gang. Immerhin versorgt der Hoover Dam Arizona, Nevada und Kalifornien mit Trinkwasser. Na, so eine Geschichte lässt sich eigentlich nicht mal dem dümmsten Amerikaner auftischen. Dass der Film bereits für 2011 geplant war und auf Grund von Drehbuchproblemen verschoben wurde, wundert daher nicht wirklich. Weiter im Text: Kurze Zeit später bricht (völlig überraschend) auch in San Francisco das Chaos aus. Helikopter-Rettungs-Pilot Tom (Dwayne Johnson) macht sich auf die Suche nach seiner Noch-Ehefrau Emma (Carla Gugino) und der gemeinsamen Tochter Blake (Alexandra Daddario). Während Emma noch leichtfüßig über die Trümmer auf der obersten Etage eines in sich zusammenbrechenden Hochhauses springt um von Tom gerettet zu werden, beginnt der Zuschauer langsam am Geisteszustand der San Andreas-Macher zu zweifeln. Dass beim Einsturz eines Mega-Hochhauses keine thermischen Probleme für einen darüber mit Autopilot schwebenden Helikopter auftauchen, liegt für die Drehbuchverantwortlichen auf der Hand. Sollten ein Großteil der Szenen jedoch auf die Legalisierung von Cannabis zurückzuführen sein, erschließt sich der Film zwar nicht inhaltlich, aber man beginnt zu verstehen warum der ganze Schwachsinn auf der Leinwand gebracht werden musste.

Szenenbild aus dem Film San AndreasEin 3D Action-Spektakel mit der denkbar schlechtesten Animation für einen Desaster Film. Und das sechs Jahre nach "2012“ von Regisseur Roland Emmerich. Der dämlich dünnen Story fehlt es nicht nur an Hirnschmalz, auch die unterirdische Qualität an talentfreiem Schauspiel ist kaum zu toppen. Diesen Film hätte Regisseur Brad Peyton ("Die Reise zur geheimnisvollen Insel") sich und dem Publikum ersparen müssen. Mehr als ärgerlich!

Falk Ch. Burhenne

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