Filmkritik - Miss Bodyguard

(OT: Hot Pursuit)
USA 2015 (Komödie/Action)
Regie: Anne Fletcher
Darsteller: Reese Witherspoon, Sofía Vergara, Jodi Lyn Brockton, Matthew Del Negro, Michael Mosley, Richard T. Jones, Joaquín Cosio, John Carroll Lynch u.a.

Szenenbild aus dem Film Miss BodyguardDie hoch ambitionierte Polizistin Cooper (Reese Witherspoon) schießt in ihrem Übereifer manchmal etwas über das Ziel hinaus. So auch in ihrem letzten Einsatz, bei dem sie einen angetrunkenen Teenager tasert, der sich lediglich einen Shot (gemeint ist ein kleiner Schnaps) genehmigen wollte. Seither ist sie strafversetzt und fristet ihr Dasein in der Asservatenkammer. Doch plötzlich bietet sich ihr eine Chance zur Rehabilitation. Gemeinsam mit einem Bundes-Marshal soll sie einen Kronzeugen und dessen Frau zum Gericht nach Dallas eskortieren. Doch der Kartell-Boss, gegen den ausgesagt werden soll, hat schon so ziemlich alle Zeugen ausgeschaltet und trachtet nun nach dem Leben der besagten Zwei. Kaum sind die Gesetzeshüter bei Felipe und Daniella Riva (Sofía Vergara) angekommen, kommt es schon zu einer wilden Schießerei, bei der Felipe als auch der Partner von Cooper getötet werden. Cooper schnappt sich sofort die völlig überdrehte Freizeitprinzessin, um wenigstens diese bei Gericht abzuliefern. Doch das soll sich als gar nicht so einfach erweisen, sind doch plötzlich sogar Coopers eigene Kollegen hinter den zwei Frauen her, weil diese, wie könnte es anders sein, natürlich auch Mitglieder des Kartells sind ...

Szenenbild aus dem Film Miss BodyguardMiss Bodyguard“ ist so ziemlich die blödeste Komödie, die Hollywood in diesem Jahr hervorgebracht hat und wohl auch hervorbringen wird. Die Story, wenn man sie denn als solche bezeichnen will, ist so vorhersehbar wie der morgendlich Gang auf die Toilette und bietet genau den gleichen Unterhaltungswert. Inszeniert von einer Frau, Anne Fletcher, die als Choreographin in Hollywood sehr erfolgreich ist, in den Hauptrollen zwei Frauen, die schauspielerisch mehr als respektabel sind, und das Ergebnis ist dann eine Männerkomödie, wie sie ein Rob Schneider (“The Chosen One“, “Big Stan“) nicht schlimmer hätte verhunzen können. Dessen zwei Regie-Werke schafften es übrigens zurecht nicht in die hiesigen Kinos. Und “Miss Bodyguard“ wäre besser auch nicht über den großen Teich zu uns gekommen, denn insbesondere Reese Witherspoon hat sich damit viel Kredit verspielt und das zu einer Zeit, in der sie gerade kürzlich für einen zweiten Oscar (“Der große Trip – Wild“) nominiert worden war. So traurig es ist, dies kann nur die Bestätigung dafür sein, dass die so hochtalentierte Frau ein echtes Problem mit Alkohol hat. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sie in diesem Film mitgewirkt hat. “Miss Bodyguard“ ist auf ganzer Linie eine Komödie bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt, weil der Film absolut nicht witzig ist.

Mathias Bornemann

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