Filmkritik - Dallas Buyers Club

Dallas Buyers ClubDALLAS BUYERS CLUB erzählt die außergewöhnliche Geschichte eines Mannes, der sich vom selbstverliebten Schwulenhasser in Cowboystiefeln, zu einem mutigen und lebensbejahendem Aktivisten wandelt. Alles beginnt Mitte der 80er in Dallas mit einer schlechten Nachricht für Ron Woodroof, dessen Arzt ihm attestiert, dass er HIV-positiv ist. Und der körperliche Zustand sei so desaströs, so seine Ärzte, dass ihm maximal noch 30 Tage bleiben, und er am besten schon mal seinen Nachlass regelt. Für Ron bricht die Welt zusammen – ausgerechnet er soll sich mit dieser "Schwulenkrankheit" angesteckt haben. Aber Ron ist nicht der Typ, der klein beigibt. In Mexiko findet er ein Medikament, das zwar hilft, aber in den USA nicht zugelassen ist. Und so beginnt er dieses im großen Stil ins Land zu schmuggeln. Um es dort vertreiben zu können und die Richtlinien der Arzneimittelbehörde zu umgehen, gründet er den DALLAS BUYERS CLUB, in dem die kostenpflichtige Mitgliedschaft einem unbegrenzten Zugang zum Präparat gewährt.

Dallas Buyers ClubDas Ganze entwickelt sich zum Geschäft seines Lebens. Was aber noch viel besser ist: Durch die besondere Beziehung zu seinem schwulen Geschäftspartner wird aus dem ehemals homophoben Texaners ein homophober Kalifornier. – Nein, natürlich nicht, sondern ein Mann, der die sexuelle Orientierung eines anderen Menschen nicht mehr bewertet, sondern toleriert. Blöderweise tolerieren die amerikanischen Behörden seine Geschäftstüchtigkeit so gar nicht. Selbst wenn die Wirkung des Präparats nicht zu leugnen ist.

Dallas Buyers ClubRegisseur Jean-Marc Valée ist es ohne Pathos gelungen, Ron Woodroofs Kampf gegen die Behörden spannend und emotional zu inszenieren. Ihm gelingt dies, weil er mit Feingefühl auf die verschiedenen Facetten dieser Geschichte eingeht. Und so gelingt ihm ein Film über Zivilcourage, Kampfgeist, Toleranz und Menschlichkeit - ein Film voll positiver Energie, ein Film der Mut macht! Ähnlich wie der von ihm gespielte Charakter erfährt hier auch Matthew McConaughey eine Wandlung vom Saulus zum Paulus. Oder anders gesagt, vom Everbodys Darling in leichten, seichten Romantik-Schmonzetten wandelt er sich hier zu einem ernsthaften Charakterdarsteller, der sich Hoffnungen auf einen Oscar machen kann. Ob er oder sein Schauspielkollege Jared Leto - oder vielleicht sogar beide - den kleinen goldenen Türstopper mit nachhause bekommen, wissen wir allerdings erst am 3. März.

Peter Dickmeyer (MOV!E D!CK)

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