Die Ren & Stimpy Show (Komplette Serie)

Szenenbild aus Ren & StimpyOh, wie süß: Ein Hund und eine Katze bestehen gemeinsam ganz tolle Abenteuer. Was wie die nicht sonderlich innovative Idee für weitere Dutzendware auf dem Kinderkanal klingt, ist bei genauerem Betrachten - sprich dem Genuss der 52 Episoden – eine herrlich politisch unkorrekte Ansammlung von Popel-, Kotz – und Fäkalhumor und sexuellen Anspielungen. Die Zeichentrickserie, erschaffen von dem kanadischen Animationsexperten John Kricfalusi, lief von 1991 bis 1996 zuerst auf dem Sender Nickelodeon und gilt zusammen mit den „Simpsons“ als Wegbereiter für kommende satirische Animationserfolge wie beispielsweise „South Park“.

Die Protagonisten sind der emotional extrem unausgeglichene und hyperaktive Chihuahua Ren Höek und sein Partner Stimpson "Stimpy" J. Cat, eine gutmütige Katze mit dem IQ einer Scheibe Toastbrot. Gemeinsam geraten die beiden Freunde in die absurdesten Abenteuer. So verschlägt es die beiden In den Weltraum, wo sie ein schwarzes Loch und einen Berg linker Socken finden (Das schwarze Loch, Black Hole S01E06) oder besuchen ein Spukhaus, völlig  unbeeindruckt von den sich redlich mühenden Geistern die beiden zu Tode zu erschrecken (Das Geisterhaus, Haunted House S02E03).

Szenenbild aus Ren & StimpySchräg, überdreht, psychotisch: Der, sagen wir mal „besondere“, Humor von Kricfalusi, nach eigenen Aussage ein Fan der Warner Brother Cartoons der 1950er Jahre, prägt die ersten beiden Staffeln der Serie und sorgte für beachtliche Einschaltquoten. Keine Folge ohne ausufernde Gewalt, heftige Beleidigungen, Drogenkonsum, den Ausfluss diverser Körperflüssigkeiten und nicht zu überhörende (und auch übersehende) sexuelle und/oder politische Anspielungen. Nein, für Kinder ist die Serie nur bedingt empfehlenswert. Zwar können sich auch die Kleinsten köstlich über die stark überzeichnete Mimik der Figuren und völlig überzogenen Slapstick-Einlagen freuen (und Gewalt gab es auch in den alten Cartoons mit Karl der Kojote und dem Roadrunner zu genüge), aber es hat hier tatsächlich einen guten Grund, dass die DVD-Box eine USK Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat. Themen wie Nahtod-Erfahrungen oder Brustimplantate sind eben nur bedingt familientauglich.

Trotzdem muss man sich wirklich nicht dafür schämen ein Fan von Ren & Stimpy zu sein. Und die frisch erschienende DVD-Box, die auf neuen Scheiben die kompletten fünf Staffeln, inklusive der berüchtigten Folge „Rens letzte Versuchung (The Temptation of Ren)“, enthält bietet einfach alles was es zu dem Thema zu sehen gibt. Na ja, fast alles: Denn 2003 gab es einen Versuch seitens Kricfalusi die Serie wieder aufleben zu lassen. Mit „Ren & Stimpy -Adult Party Cartoon" erschienen sieben Folgen mit dem Fokus auf ein erwachsenes Publikum, die aber nie an den Erfolg des Originals anknüpfen konnten.

Szenenbild aus Ren & StimpyAch ja: Warum die Folge „Rens letzte Versuchung“ als berüchtigt gilt ist schnell erklärt. Nach den ersten beiden Staffeln gab es zwischen den Verantwortlichen des Senders Nickelodeon und Kricfalusi erhebliche Differenzen den Inhalt der Sendung betreffend. Und die berüchtigte Folge, mit ihrem doch recht schwer verdaulichem Inhalt und heftigen Gewaltdarstellungen, ließ das Fass überlaufen. Die Folge wurde nicht ausgestrahlt, Kricfalusi und seine Produktionsfirma ab Staffel 3 durch Nickelodeons Studio „Games Animation“ ersetzt.

Ulrich Wimmeroth


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