DVD Tipp - Zombiber

Blu-ray Cover zum Film ZombiberUSA 2014 (Horror / Komödie)
Regie: Jordan Rubin
Darsteller: Chad Anderson, Lexi Atkins, Brent Briscoe, Bill Burr, Rachel Melvin, Cortney Palm, Hutch Dano, Rex Linn u.a.
Veröffentlichung: DVD / Blu-ray 27.März 2015 (Splendid Film)
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Spieldauer: 78 Minuten

Szenenbild aus dem Film ZombiberWenn es ein Sub-Genre gibt, das noch mehr sinnentleerten Leindwandmüll produziert als Hai-Horror, dann ist wohl das der Zombies. Während sich das Erstere mit Titeln wie „Sharknado“ Teil 1, 2 und bald auch – seufz – 3 oder dem völlig hanebüchenen „Snow-Sharks“, eigentlich in letzter Zeit schon als Meister aller Trash-Klassen qualifiziert hat, holen die Untoten nun zum Gegenschlag aus. Die Idee jetzt ausgerechnet Bieber als Quelle des Übels zu platzieren, kann dem Autoren-Gespann Al Kaplan und Jordan Rubin eigentlich nur im Vollrausch gekommen sein. Ein Blick auf die Vita der US-Amerikaner verheißt auch erst mal nichts Gutes. Rubin, der auch gleich die Regie übernommen hat, verdiente seine Brötchen bislang als Schreiber für diverse Late-Night-Shows und MTV Awards, Kaplans auffälligster Beitrag zum Filmbusiness ist die Musik zu einem Machwerk mit dem Titel „Piranhaconda“. Dabei handelt es sich übrigens um die Fortsetzung von „Sharctopus“, womit sich irgendwie der Kreis der Sub-Genres wieder schließt.

Szenenbild aus dem Film ZombiberAber genug der Schwarzmalerei! Eine Flasche Bier aufgemacht, die Pizza in Griffweite und rein mit der Blu-Ray in den Abspieler. Erste Szene: Ein paar dumm schwätzende LKW-Fahrer verlieren bei einem Unfall mit einem Hirsch, der als blutiger Matsch am Kühlergrill landet, ein auffällig mit der Aufschrift „Biohazard“ markiertes Fass. Das rollt in den nahen Fluss und bleibt, natürlich leck geschlagen, an einem Bieberdamm stecken. Schnitt: Drei extrem unsympathische und dumm schwätzende Jungschauspielerinnen wollen ein männerfreies Wochenende im Niemandsland verbringen und landen in einem Ferienhaus mitten im Wald. Ohne Handyempfang, aber in unmittelbarer Nähe der Bieber. Irgendwie kommen dann doch die ebenfalls extrem unsympathischen Freunde als Überraschung vorbei. Klar, nur drei potentielle Opfer wären aber auch zu wenig gewesen.

Szenenbild aus dem Film ZombiberNach dem überraschungsfreien Beginn des, mit gerade mal 80 Minuten, leicht verdaulichen Filmhappens, geht es dann aber heftig zur Sache. Das erste Zusammentreffen mit den zombifizierten Nagern lässt Hoffen. Zwar sehen die pelzigen Tierchen eher wie ein Utensil aus der Muppet-Show aus, aber die schiere Menge an verwendetem Kunstblut und Innereien lässt über den leichten Makel hinwegsehen. Besser als grottenschlechte Billigst-CGI ist es allemal. Richtig fies wird es dann, als einer der Burschen nach einem Bieber-Biss selber zu einem Mannbieber, Biebermann, oder wie man es auch nennen will, mutiert. Das ist herrlich eklig in Szene gesetzt und spart in der vorliegenden USK 18-Fassung nicht mit extrem blutigen Details.

Szenenbild aus dem Film ZombiberErnst gemeint ist das alles nicht. Der Film will auch nicht schockieren, wie es ein „The Human Centipede“ zu erreichen versuchte. Es ist einfach alles ein riesiger Spaß, nur eben mit Schleim, Blut und herausquellenden Organen garniert. Die unbedarften Teenager agieren, allen gängigen Klischees gerecht, möglichst dumm und unvernünftig. Die Geschichte ist derart abstrus, dass es schon fast wieder originell ist. Und die Kreaturen-Effekte sind nach ein paar Bier durchaus präsentabel. Die eingestreuten Gags sind leider oftmals hier im deutschen Raum nicht zündend, was daran liegt das das Wort „Beaver“, also Bieber, im amerikanischen Sprachraum ein gängiges Synonym für die Vagina ist. Und wenn im Film die Rede von Biebern ist, sind da meist die Geschlechtsteile der weiblichen Protagonisten gemeint. Nicht die Zombie-Nager. Alles in allem: Ein herrlich schräger Spaß mit ordentlich Splatter.

Ulrich Wimmeroth

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