DVD Tipp - Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere

Blu-ray Cover zum Film Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere(OT: The Hobbit: The Battle of the Five Armies)
USA 2014 (Fantasy)
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Sir Ian McKellen, Martin Freeman, Richard Armitage, Benedict Cumberbatch, Lee Pace, Evangeline Lilly, Cate Blanchett, Orlando Bloom, Luke Evans u.a.
Veröffentlichung: DVD / Blu-ray 23. April 2015 (Warner Home Video)
Sprache: Deutsch (DTS-HD 7.1), Englisch (DTS-HD 7.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Spieldauer: 144 Minuten

Szenenbild aus dem Film Der Hobbit: Die Schlacht der fünf HeereAlles begann vor 13 Jahren, mit der Verfilmung des ersten Teils der "Herrn der Ringe"-Trilogie: "Die Gefährten". Und als der Fan-Hunger nach Teil 3, "Die Rückkehr des Königs", noch immer nicht gestillt war, beschloss man im Kielwasser dieses sowohl künstlerischen als auch kommerziellen Welterfolgs auch noch das andere Tolkien-Buch, "Der kleine Hobbit", auf die Leinwand zu bringen. Dass es sich dabei um ein dürres Kinderbüchlein handelt, hielt niemanden davon ab, daraus ebenfalls ein Tripple abendfüllender Spielfilme mit Überlänge zu planen. Und man merkt - und da widersprechen selbst beinharte Fans nicht – trotz aller inhaltlichen Aufpolsterungsbemühungen, dass hier nicht dieselbe Substanz wie beim "Herr der Ringe" vorhanden ist.

Szenenbild aus dem Film Der Hobbit: Die Schlacht der fünf HeereTricktechnisch und inszenatorisch ist man zwar weiterhin auf höchstem Niveau. Aber wenn man mal Regisseur Peter Jackson mit einem Sternekoch vergleicht, was durchaus passend wäre bei seiner Leistung, muss man ihn ein ein bisschen bedauern. Denn während er bei den Ringen aus dem Vollem schöpfen konnte, also alle Zutaten für ein festliches Gourmet-Menü zur Verfügung hatte, musste er beim Hobbit, um beim Bild zu bleiben, einen Suppenwürfel auf drei XXL-Mahlzeiten strecken. Und weil die noch immer erstklassige Tricktechnik nicht mehr steigerbar ist, konnte die zum Finale obligatorische Steigerung nur noch quantitativ stattfinden. - Also Masse statt Klasse. Nee, stimmt auch nicht ganz. Mehr Masse, anstatt mehr Klasse, müsste es wohl heißen. Auf jeden Fall reicht die Handlung für einen Kurzfilm, wird aber mit einer unzähligen, allesamt feinst inszenierten Kampfszenen zur opulenten Schlachtplatte von Wagnerschen Dimensionen. Wie gesagt, es ist nicht eine Szene dabei, die nicht voller Action, Effekte und Schauwerten ist. Aber es gibt einfach unglaublich viele davon. Und wahrlich nicht alle treiben die Geschichte immer voran.

Szenenbild aus dem Film Der Hobbit: Die Schlacht der fünf HeereAber egal, ob man den dritten „Hobbit“-Teil als Kunst oder Unterhaltung begreift, was beide nicht vertragen, sind Redundanzen. Oder um es etwas schlichter zu sagen: Das endlose Hauen und Stechen macht irgendwann müde. Auf der anderen Seite ist das Schöne daran, dass man mit der Nennung des Subtitels (Die Schlacht der fünf Heere) bereits 90% der Filmhandlung nacherzählt hat. Um das Handlungsvakuum des Dreiteilers etwas aufzufangen, ist Jackson hergegangen und hat hier Elemente sowie Figuren aus dem Herr der Ringe-Kontext verarbeitet und dabei auch das eine oder andere dazu gedichtet, was jedoch dem Gesamtwerk geschuldet ist und letzlich auch Sinn macht. Besonders zum Ende hin, wenn Jackson noch mal ein paar alte Bekannte durchs Bild laufen lässt, wird deutlich, dass er die beiden Trilogien miteinander verzahnen will, wobei die "Hobbit"-Trilogie, die 60 Jahre vor "Der Herr der Ringe" spielt, als Prequel verstanden werden soll. Und wenn man dann alle sechs Teile in chronologischer Reihenfolge sieht, gibt es eine kontinuierliche Steigerung. Masterplan aufgegangen.

Szenenbild aus dem Film Der Hobbit: Die Schlacht der fünf HeereDer letzte Teil der Hobbit-Trilogie schlägt demnach passend den Bogen zum Universum der Herr der Ringe-Trilogie, wenn auch sehr martialisch, da Der Herr der Ringe zunächst ja sehr beschaulich beginnt. Aber dies ließe sich nun im Gesamten auch als dramturgische Kurve konstatieren und für den Zuschauer als Hoch und Tief hinsichtlicht der Schlachten beschreiben. Die Umsetzung auf DVD und Blu-ray ist jedenfalls außerordentlich gut gelungen. Bei den Hobbits sogar im ersten Anlauf so gut, dass der geneigte Käufer nicht drei Versionen seiner Lieblingssaga kaufen muss, sondern schon die erste Fassung vollends mit Zufriedenheit bejubeln kann. Der Silberling (in der Besprechung die BD) bietet ein exzellentes Bild und eine noch bessere Tonspur, dank Soundabmischung auf 7.1 Kanälen. Diese liegt der Fassung natürlich auch im Originalton bei, optional mit Untertiteln. Auch das Zusatzmaterial ist weitreichend und für Filmliebhaber, die gerne einen Blick hinter die Kulissen werfen, ein gefundenes Fressen. Insofern gehört auch diese Ausgabe in jedes Heimkino der Tolkien-Anhänger. Wer bislang jedoch noch nicht mit dieser Fantasy-Welt in Berührung gekommen ist, sollte erst einmal etwas aufarbeiten, bevor er bei Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere zuschlägt, da sich ihm sonst das ganze Universum sicherlich nicht erschließt und das wäre wirklich schade.

Peter Dickmeyer (Movi!Dick) und Mathias Bornemann

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